"Alle Wege führen nach Rom" - vielleicht das bekannteste Sprichwort zu dieser Stadt. Das gilt heute vielleicht noch mehr als zur Römerzeit. Denn einmal im Leben muss ein Urlauber diese Stadt besucht haben - daran führt kein Weg vorbei. Rom ist also so was wie ein Mekka des modernen Tourismus. Und wer nur ein bisschen an Kultur und Geschichte der Menschen interessiert ist, dem fällt diese Pflichterfüllung - es sei denn aus prekär-pekuniären Gründen - auch nicht schwer. Keine andere Stadt ist so voller Geschichte, kann mit Baudenkmälern aus sämtlichen Epochen aufwarten. Die Tempelruinen reichen weit in die vorchristliche Zeit zurück. Aber der "Bogen" ist weit gespannt: eine der beeindruckensten Gebäude der Neuzeit, des 20. Jahrhunderts ist der Bahnhof Termini - wer mit dem Zug anreist oder vom Flughafen kommt, wird als gleich mit einer Zugabe bedient. Hier fällt die Anreise leicht - die Abreise schwer. Wer von Rom weggeht, kommt sicher wieder. Warum nicht an der Stazione Termini - ein noch immer futuristischer Komplex - einen Spaziergang beginnen? Rom hat den Vorteil, dass die wichtigen Sehenswürdigkeiten alle in Laufweite liegen. Wer also die Shops und Ladenzeilen, die typisch italienischen Espresso-Bars der Stazione Termini hinter sich läßt, hat viel vor: zunächst imponieren die imperialistischen Gebäude des 19. Jahrhunderts, die Piazza Republicca (besonders nachts ein romantisches Erlebnis - ein beleuchteter Brunnen, von brummenden Vespas umfahren) weist den Weg: den "ersten" Hügel hinunter, zum ehemaligen Büro Mussonlinis im Palazzo Venezia, der in diesem Renaissance-Gebäude sicher nicht zufällig resierte: gegenüber ein gigantisches Denkmal für das "Vaterland" der Zeit der italienischen Risorgimento, der nationalen Einige, das sich an einem der turbulentesten Plätze Roms befindet, direkt am ehemaligen Forum, und nur wenige Schritte zur ehemaligen Brotausgabestelle der Stadt der " Brot und Spiele". Hier können Sprichwörter leibhaftig begriffen werden. Nur wenige Meter weiter nach Osten ,zum Kolloseum - in Zukufnt nicht mehr vom Autoverkehr umtost. Das Kolloseum - bestimmt eines der 12 wichtigsten Gebäude der Welt, wurde von den Päpsten leider als Steinbruch missbraucht, was also der Baukunst der Römer "keinen Abbruch tut". Und zu diesen Banausen, den Päpsten, geht es im Sauseschritt - gehen Sie mit: via Piazza Navona mit seinem vielleicht schönsten Brunnen der Welt, mit einem Abstecher in das als Ausgehviertel jenseits des Flusses bekannten Trastevere den Tiber entlang zum Petersdom. Diese Strecke läßt sich direkt am Tiberuferzurücklegen. Dabei die Tiberinsel besuchen, dorthin führt eine der ältesten funktionstüchtigen Brücken der Welt, und auch diese vielleicht eine der schönsten. Nicht weit vornhin zur wichtigsten Kirche der Christenheit und zum Vatikan. Nach dem Besuch des Petersdom - Tipp: sowohl Kuppel also auch Krypta mit Papstgräbern sind wohl zugänglich - vielleicht anstehen in einer langen Schlange, um die berühmten Vatikanischen Museen zu besuchen? Sicherlich läßt sich das besser organisieren. Zurück in die Profanität - nicht ohne Besuch der Engelsburg, einer Burg der Römer, die sie auch unter den Renaissance-Päpsten blieb (darum heisst sie auch so, die Renaissance: von den Römern übernommen). Durch das ehemals jüdische Viertel mit verwinkelten Gassen zum Pantheon: das ist ein Rundbau der römischen Kaiserzeit, der nicht nur den Architekturinterssenten zum Staunen bringt. Weiter zur Fontana die Trevi ("La dolce vita" in Stein gehauen) zur Via Veneto, eine der berühmtesten Luxusmeilen der Welt (mit "Goethe-Café Greco), zur Piazza Espagna mit den Spanischen Treppen - sicherlich eine der meistfotografierten Hintergründe für Urlaubsfotos dieser Erde. Ende eines solchen Tagesspazierganges könnte der Pincio sein: von diesem Park über den Dächern des alten Roms ein Blick hin zum Sonnenuntergang. Unten gehen die Lichter an: ganz toll ide untenliegende Piazza, deren Namen kaum einer kennt: dort steht ein Obelisk.